Ich bin nicht sicher ob das wirklich zu einem ausschliesslich "höheren Niveau" von Prostitution führt.
Einerseits hört man aus Ländern mit nordischem Modell, dass Frauen ihre Kunden weniger gut screenen können, weil es schneller gehen muss (Gut, das können sie heute auch schlecht, wenn ihnen irgend ein "Vermittler" Kunden ins Businessapartment im Zimmer 23 schickt). Wer als Frau halb verdeckt Kunden sucht, muss also sehr schnell mit dem Kunden verschwinden.

Alles mit einer "roten Lampe" (Bordelle, Sauna-Clubs, Laufhäuser) würde verschwinden (damit entfällt auch ein Zugang um Frauen in der Sexarbeit zu beraten), aber was ist mit "Massagen", Kontaktbars mit gemischtem Publikum oder den wenigen Sex-Kinos (erst recht wenn Kunde und Anbieter männlich sind)? Dort wird sich das Verbot nicht so leicht durchsetzen lassen, aber die Frauen werden kaum besser in der Lage sein ihre Rechte zu verteidigen. Den plötzlich gelten Sie nicht mehr als selbständige Anbieter, sondern als Opfer eines patriarchalen Systems. Damit wird man argumentativ verlangen, die Frauen aus dem System zu holen, und nicht mit besseren Rechten aufzustatten.

Das Argument mit den Vergewaltigungen finde ich schwierig. Wenn es nur darum geht, "Druck abzubauen", kann man auch einen Porno schauen und sich einen runterholen. Wer zu einer Prostituierten geht um eine Art "Beziehungserfahrung" zu erhalten (Sprechen, Kuscheln, Bestätigung erhalten, einen Orgasmus), der wird durch eine Vergewaltigung nicht das gleiche erleben.