Prostituierte sind mehrheitlich gegen ein Sexkaufverbot. Das zeigt eine erste quantitative Studie
Das nordische Modell, das Freier kriminalisiert, stösst im Schweizer Milieu auf Ablehnung. Die Verfechterinnen von mehr Repression sehen sich dennoch auf der richtigen Seite.
Die Prostitution gilt als eines der ältesten Gewerbe – und es gibt viele, die sie aus der Welt schaffen wollen. Weil es grundsätzlich eine Sünde sei, Sex zu kaufen und zu verkaufen. Oder weil es gegen die Menschenwürde verstosse, dass Frauen ihren Körper auf diese Weise nutzen müssten.
Aus einem Bericht in der NZZ - hinter der Zehlschranke verborgen
Antwort auf Beitrag 97185
Ich denke diese pauschalisierung von 90T WG ist falsch. Meine Bekanntschaften sind vielfach 90T WG's die so handeln wie du unten die erfahrene WG beschreibst. Organisieren die Arbeit selbstständig und haben ihre Stammkunden. Und diese 90 T WG's würde es treffen, denn das selbst organisieren wird komplizierter und es gibt unter umständen dann besser geeignete Länder.
hingegen für die Zuhälter die 90 T WG's in die Schweiz bringen wird es dann erst interessant. Die Einnahmen bleiben hoch und das Risiko dass das WG selbstständig wird ist viel kleiner. Diese Gruppe sehe ich durch das nordische Model gestärkt.
Antwort auf Beitrag 97183
Ich bin nicht sicher ob das wirklich zu einem ausschliesslich "höheren Niveau" von Prostitution führt.
Einerseits hört man aus Ländern mit nordischem Modell, dass Frauen ihre Kunden weniger gut screenen können, weil es schneller gehen muss (Gut, das können sie heute auch schlecht, wenn ihnen irgend ein "Vermittler" Kunden ins Businessapartment im Zimmer 23 schickt). Wer als Frau halb verdeckt Kunden sucht, muss also sehr schnell mit dem Kunden verschwinden.
Alles mit einer "roten Lampe" (Bordelle, Sauna-Clubs, Laufhäuser) würde verschwinden (damit entfällt auch ein Zugang um Frauen in der Sexarbeit zu beraten), aber was ist mit "Massagen", Kontaktbars mit gemischtem Publikum oder den wenigen Sex-Kinos (erst recht wenn Kunde und Anbieter männlich sind)? Dort wird sich das Verbot nicht so leicht durchsetzen lassen, aber die Frauen werden kaum besser in der Lage sein ihre Rechte zu verteidigen. Den plötzlich gelten Sie nicht mehr als selbständige Anbieter, sondern als Opfer eines patriarchalen Systems. Damit wird man argumentativ verlangen, die Frauen aus dem System zu holen, und nicht mit besseren Rechten aufzustatten.
Das Argument mit den Vergewaltigungen finde ich schwierig. Wenn es nur darum geht, "Druck abzubauen", kann man auch einen Porno schauen und sich einen runterholen. Wer zu einer Prostituierten geht um eine Art "Beziehungserfahrung" zu erhalten (Sprechen, Kuscheln, Bestätigung erhalten, einen Orgasmus), der wird durch eine Vergewaltigung nicht das gleiche erleben.
Antwort auf Beitrag 97185
Ich behaupte ja immer noch, wenn prostitution illegal wird steigt die Anzahl an Vergewaltigungen.
Jetzt kann Mann, wenn er Druck hat zu einer Dame seiner Wahl gehen und im Austausch gegen ein paar Taler Sex haben. Was macht Mann wenn es diese Chance nicht mehr gibt? 80 % vielleicht auch 90% denken sich scheisse aber leben mit dem Druck. Aber es gibt sicher einige die sich dann auf irgendeine andere Weise Erleichterung verschaffen.
Das ist auch ein Grund, wieso ich jeder ehrlichen Sexarbeiterin dankbar bin, dass sie ihren Job ausübt. Der definitiv kein einfacher ist.
Ich finde es einfach traurig: Nur weil man den fiesen Machenschaften in der Branche nicht Her wird verbietet man gleich den gesamten Geschäftszweig. Ist nicht schwer vorauszusagen, dass das nicht funktioniert. Folge wird sein ein Schwarzmarkt, bei dem es übler zugehen wird und eben eine steigende Zahl an Vergewaltigungen. Also eigentlich erreicht man so genau das Gegenteil von dem was man will.
Gibt es vom nordischen Modell in diesen Zwei Punkten eigentlich schon vertrauenswürdige Statistiken?
Es würde wohl vor allem die 90T Prostitution recht ausbremsen. Es dürfte aber mit mehr Stil und Augenhöhe seine Berechtigung und Praktikabilität behalten.
Bedingt aber halt wirklich eine andere Ebene von Begegnung.
z.B.
Eine erfahrene Frau mit Stamm-Gästen und gegenseitigem und aufgebautem Vertrauen bedarf wohl eher nicht weiter die relativ plumpe 'entgeltliche Inanspruchnahme von sexuellen Dienstleistungen' mit zu machen.
Sie vereinbart vielleicht ein Date und besteht auf Klasse. Treffen zu einem Dinner, und zum späteren 'ausruhen' auf ein hübsches Hotelzimmer (von ihm gebucht) etc…
Der Aufbau solcher Beziehungsformen ist aufwändig und auch nicht ohne Fehler (gegenseitige Diskretion, zum Beispiel) aber für mein Verständnis kaum als 'Prostitution' zu Betrachten und schon gar nicht als solche 'nachweisbar'..