nachmittags: Strandtour nach Gaibú Fehlanzeige
abends: Fahrt in die “Heiße Meile” von Recife oder Erholung im Club o.k., aber eine Alternative gab es für mich da nicht, den anderen aber hat’s so gut gefallen daß sie das noch 4 mal wiederholt haben
· Donnerstag: morgens: Wenn ihr schon zu Hause seid? wie wahr… die Bande kam erst am späten Mittag mit Rändern unter den Augen zurück
nachmittags: Urwaldfete mit Barbecue (im richtigen Urwald!!!) Fehlanzeige, den Urwald hab’ ich nie gesehen, die Grillfete gab’s schon (aber nicht sehr romantisch)
abends: Bierfestparty, und wer am meisten schafft, den schaffen drei (!!) Mädels o.k., Bierfestparty war eigentlich immer, aber von drei Mädels gleichzeitig vögeln keine Spur, außerdem bekommt man nach so viel Bier sowieso keinen mehr hoch…
· Freitag: morgens: Wet T-Shirt Party. Fehlanzeige, die nassen T-Shirts hatten höchstens wir Männer wenn wir uns ab und zu gegenseitig in den Pool geschmissen haben
nachmittags: Ausflug nach Olinda, der historischen von der UNESCO geschützten Stadt o.k., die historische Altstadt ist ganz schön aber viel zu sehen gab’s nicht
abends: Poolparty Natürlich kannst Du auch mal ausspannen und Dich ausklinken. Wir sagen Dir gerne was sonst noch läuft oder lassen Dir auch mal nur Deine Ruhe (wenn sie Deine Begleitung Dir läßt). Poolparty war o.k. (wurde meistens ziemlich naß…) aber Fehlanzeige bei der Ruhe,
wenn eine Party läuft (und das war oft bis 03:00 Uhr morgens der Fall…)
dann ist ausklinken und ausspannen völlig unmöglich (der Lärm ist überall zu hören)
und die Begleitung läßt einem oft mehr Ruhe als einem lieb ist
Die Motive der Mädchen sind verschieden, just for fun hat’s bestimmt keine getan, auch wenn das auf der Brasil-Club Seite immer betont wird. Einige sind alleinerziehende Mütter, halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und können sich sowas einfach nicht leisten. Über Geld und Armut spricht man nicht, aber ich glaube, mehr brauche ich da nicht zu sagen… Jedenfalls wäre keine abgeneigt einen deutschen Mann zu heiraten wenn sich die Möglichkeit ergäbe. Cr., Fa. und Gi. waren schon mal mit einem Deutschen zusammen (verheiratet), es gefiel ihnen allen gut in Deutschland und sie wären gerne wieder zurückgekehrt (deshalb auch die Deutschkenntnisse). Vor allem Cr. sagte mehrfach ganz direkt, daß sie mit nach Deutschland wolle (sie machte nur den Fehler, daß zu deutlich zu sagen und das gleich mehreren, u.a. auch mir). Fa. fragte mich mal, was ich tun würde wenn ich mich in Brasilien verlieben würde und dann zählte sie mir auf, was sie alles an deutschen Gerichten kochen kann… Trotz oder gerade wegen dieser recht eindeutigen Angebote hat aber keiner von uns seine Freundin gleich mitgebracht.
Unterkunft Selbst für brasilianisches Temperament “unkaputtbar”. Die Zimmer befanden sich in 2 Gebäuden, mein Zimmer (ca. 3 x 5,5 Meter plus 4 m² Bad) lag direkt neben Bernds Zimmer im 1. Stock des Hauptgebäudes, die restlichen 4 Zimmer (etwas kleiner) waren in einem Nebengebäude. Zum direkt am Meer liegenden Anwesen gehörte noch ein Swimmingpool. In einem direkt angrenzenden kleinen Gebäude befand sich eine Toilette, eine Dusche, ein Dampfbad und ein Whirlpool. Haupt- und Nebengebäude waren aus roten glasierten Ziegeln gebaut, die Böden gefliest, die Wände des Haupthauses waren mit vielen Lüftungsbausteinen versehen, die Fensteröffnungen wurden nur durch halboffene Fensterläden verschlossen. Obwohl die Zimmer vor dem Schlafengehen regelmäßig mit Insektenspray ausgesprüht wurden (was nur in geschlossenen Räumen etwas nützt), war ich nachts den Moskitos hilflos ausgeliefert.
Eine Klimaanlage oder Deckenventilator gab es hier nicht, sondern nur in den Zimmern des Nebengebäudes (hier deshalb nur winzige verglaste Fenster). Dort war die Mückenplage geringer. Mein Zimmer sowie ein weiteres im Nebengebäude hatten ein Doppelbett, sonst nur Einzelbetten. Alle Betten waren gemauert und die Liegeflächen aus Beton gegossen, als Auflage einzelne etwa 7 – 8 cm dicke weiche Schaumstoffmatratzen. Auch die Sitzbänke sowie der Eßtisch des Aufenthaltsraumes im Erdgeschoß waren gemauert bzw. betoniert. Gesamteindruck: tropentaugliche aber sehr spartanische Bauweise. Der Zimmerservice: ja, es gab ihn, aber leider keine frische Bettwäsche oder Handtücher. Erst auf meine Nachfrage erhielt ich dann ein neues Handtuch.
Dafür wurden überraschenderweise meine schmutzigen Klamotten (von Hand) gewaschen, obwohl ich das nicht gewünscht hatte. Der Hammer kam dann am letzten Abend, als mir Bernd eine Rechnung über 102,- R$ (ca. 120,- DM) für die Reinigung von 34 Kleidungsstücken präsentierte. Als ich ihm sagte, daß ich weder soviel schmutzige Kleidung hatte noch deren Reinigung gewünscht hätte, entschuldigte er sich mit der Bemerkung “Organisatorische Panne, vergiß die 102 Real”. Zitat Brasil-Club: “Wer also Wert auf den Komfort und Stil eines 5-Sterne Hotels zur Festspielzeit in einer europäischen Großstadt Wert legt, der wird sich bei uns sicher nicht immer wunschlos glücklich fühlen.” Ich hatte wirklich keinen Luxus erwartet, aber angesichts dieser Tatsachen halte ich diese Aussage für maßlos untertrieben und völlig irreführend. Dabei könnte man mit relativ wenig Aufwand (z.B. Moskitonetz, Deckenventilator, gute Matratze, Waschmaschine) den Komfort verbessern.
Über die Lage der Anlage kann man geteilter Meinung sein, das hängt davon ab was man will. Ruhig und abgeschieden ist es in der Tat, die größten Krachmacher waren wir selber. Die Nähe zum Strand ist ebenfalls sehr schön, auch wenn man das bei einem Pool direkt am Haus nicht so ausnutzt. Aber bei einer Entfernung von 50 km bzw. einer Fahrzeit von 1 Stunde bis nach Recife halte ich das Wort “zentral” für nicht angebracht. Bernd war wie schon gesagt fast jeden Tag unterwegs um in Recife den nötigen Nachschub an Lebensmitteln und Getränken zu besorgen, dabei ging meist ein halber Tag drauf. Auch einigen anderen ging die lange Fahrerei auf die Nerven. Und “ungestört” stimmt auch nicht ganz, wenn einem die Nachbarn in Garten und Pool sehen können. Die meisten Häuser der Siedlung schienen nur am Wochenende bewohnt zu sein, aber wir hatten auch unter der Woche mal Zuschauer. Wer das Programm wirklich wie angekündigt hätte durchführen wollen, müßte schon ein Exhibitionist sein. Deshalb halte ich dieses Anwesen wirklich nicht geeignet für Open-Air-Swinger-Parties.
Fazit Für mich war es eine herbe Enttäuschung. Eine 2-wöchige Sauf- und Kneipenorgie im Stil des “Ballermann 6″. Nicht Sex, Spiel und Spaß sondern normale Party und Alkohol standen eindeutig im Vordergrund. Der Eindruck den man von Brasilianerinnen hat, wenn man sie in Rio im Karneval oder im Stringtanga am Ipanema-Strand sieht, ist eigentlich falsch. Man glaubt, sie seien sexuell aufgeschlossen und freizügig. Aber das stimmt so nicht. “Oben ohne” ist wie schon gesagt völlig verpönt, auch wenn der Stringtanga mehr zeigt als er verhüllt. Aber dieser letzte Fetzen Stoff scheint wie eine unsichtbare Grenze zu sein und wehe wenn sie verrutscht, dann wird sofort gezupft damit die Nippel ja nicht zu sehen sind. Brasilianerinnen beherrschen meisterhaft das Spiel mit Feuer und Eis. Sie scheuen sich nicht, einen Mann in der Öffentlichkeit mit eindeutigen sexuellen Gesten heiß zu machen und bringen es fertig, ihn dann einfach stehen zu lassen. Wenn man da als Mann nicht die passende Strategie hat, macht es einen fertig. Für meinen Geschmack sind die Brasilianerinnen durch den katholischen Glauben zu sehr verdorben, da fühle ich mich in Deutschland doch wohler.
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Die hatten dann den meisten Spaß, als sie nach Recife reingefahren sind, nachts in die Scene, OHNE die angedienten Mädels. Das sagt doch alles. Das hätten sie auch einfacher haben können, billiger und besser – mein Reden. Lasst Euch nicht verarschen, Freunde!!!